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Kids-Hotline – mehr Schein als sein

Kids-Hotline – mehr Schein als seinDie Kids-Hotline gehört mittlerweile seit 1999 zu den größten und aufstrebenden Onlineberatungs-stellen für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 21 Jahren. Nach außen hin sehr seriös, doch als kurzweiliger Mitarbeiter konnte ich einmal die andere Seite von der Kids-Hotline.de kennenlernen.

Liest man sich die Prinzipien der ehrenamtlichen Einrichtung durch, so scheint alles in bester Ordnung. Wenn ich heute die Prinzipien von Kids-Hotline Revue passieren lasse, bleibe ich schon beim zweiten Punkt „Akzeptierende Haltung“ stehen: „Eine akzeptierende Haltung gegenüber der Rat suchenden Person bedeutet, sie wohlwollend in ihrer Gesamtheit anzunehmen und[…] unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebensgeschichte als sinnhaft zu akzeptieren.“, heißt es hier. Ein Blick hinter die Kulissen lässt ganz neue Eindrücke und Interpretationen zu. Schon nach wenigen Minuten berieten sich die „Peer-Berater“ während eines Gruppenchats, ob die Geschichte überhaupt real sei. „Fake Fragezeichen?“, meinte einer der Berater, worauf sein Kollege kurz darauf mit „schon!“ sehr bestimmt und eindeutig antwortete. Hier wird also nicht lang gefackelt bis eine Spekulation zur Realität wird. Von „als sinnhaft akzeptieren“ kann hier nicht mehr die Rede sein.

Während der Vater des jugendlichen Mädchens im Begriff war ihre Zimmertür einzutreten, bewies das Berater-Team Gelassenheit. Kids-Hotline hat sich hohe Ziele gesetzt, doch schon bei ganz alltäglicher Zivilcourage der Mitarbeiter scheitert es kläglich und ufert bereits in „unterlassende Hilfeleistung“. Von Kompetenz und der nötigen Flexibilität in Ausnahmesituationen keine Spur.

So gehören auch ironische und sarkastische Aussagen und Witze zum Alltag der Berater. Während die häufig verzweifelten Jugendlichen ihr Problem schildern, ist das Team im „Beraterchannel“ des Öfteren damit beschäftigt sich über den Hilfesuchenden lustig zu machen. Auch hier gilt wieder, dass dies nicht nach außen gezeigt werden darf, hinter den Kulissen allerdings geduldet und gewünscht wird.

Der Punkt „Anspruch präventiver Wirkung“ sieht vor, die Jugendlichen „im Hinblick auf eigene/fremde Verhaltens- und Konsummuster zu sensibilisieren und im Sinne von Prävention und ganzheitlicher Gesundheitsförderung auf die jungen Menschen einzuwirken.“ Eine Beratung eines Jugendlichen, der droht sich in einer Fantasiewelt zu verlieren, zeigt das Gegenteil. Er bevorzugt erotische Bilder von Monstern und anderen Kreaturen und stellt sich zudem häufig vor mit diesen Monstern in einer Liebesbeziehung zu leben. Hier wäre der vorher genannte Punkt angebracht, gemeinsam einen Weg aus dieser Traumwelt zu finden. Dennoch zog es die Forenleitung vor diese Fantasien als „normal“ zu bezeichnen und den Jugendlichen zur Fortsetzung zu motivieren.

Auch ein Berater in der Probezeit bzw. der sogenannten „Testphase“ merkt schnell, woran er bei der Kids-Hotline ist. Hierbei stehen nicht die fehlerfreie und kompetente Beratung oder die Lösung der Probleme der Hilfesuchenden im Mittelpunkt, wie nach außen hin gerne behauptet wird. Vielmehr ist es die bedingungslose Unterwürfigkeit gegenüber allen übergestellten Mitgliedern der Kids-Hotline. Jegliche Äußerung von Kritik oder Zweifeln führt in der Regel zur Kündigung und wird nicht geduldet. Selbst die sogenannten „Vertrauenspersonen“ leiten jegliche Aussagen sofortig an die Leiterin der Organisation weiter. Der Berater auf Probe erfährt erst in der Kündigung, dass seine Aussagen von der Leitung negativ konnotiert wurden und als anstößig gelten. Somit ist klar, dass das „lockere und moderne“ Team der Kids-Hotline in der Organisation noch sehr konservativ auf eine strikte Hierarchie besteht.

Bei der Einhaltung von Terminen und Zeitangaben nimmt es das Team dagegen nicht so genau. Trotz vieler Mitarbeiter kann die Höchstdauer einer Antwort von 24 Stunden nur selten eingehalten werden. Oft scheint sich tagelang nichts in den Beratungen zu rühren, obwohl es viele offene Probleme und Fragen gibt. Im Bewerbungsverfahren wird den Neubewerbern auch dazu geraten nicht zu häufig zu antworten, um zu vermeiden, dass die Jugendlichen regelmäßig bei der Kids-Hotline Hilfe suchen.

Die Kids-Hotline befasst sich täglich mit vielen sehr intimen Problemen unserer heutigen Jugend. Eine Organisation, die nach einer knappen Woche ein derartiges Bild hinterlässt, wird den Anforderungen an einen solchen Services nicht gerecht. Jeder Jugendliche sollte im Voraus wissen, worauf er sich einlässt.

Foto: Kids-Hotline

Partnerwahl – was Frauen wollen

Partnerwahl – was Frauen wollenImmer häufiger sind Männer in Beziehungsfragen verunsichert und suchen nach Antworten: Was wollen die Frauen eigentlich? Wie bereits zu erwarten ist, umfasst die Partnerwahl der Frauen eine hohe Anzahl an kleinsten Kriterien. Neuste wissenschaftliche und statistische Analysen geben nun Auskunft über all diese Kriterien, die Frauen überzeugen sollen.

Selbstverständlich spielt das Aussehen eine entscheidende Rolle bei der Partnerwahl, beeindrucken Männer damit nicht, so besteht nur selten ein Interesse die inneren Werte des Mannes näher kennenzulernen. Während Männer schon in den ersten Augenblicken besonders großen Wert auf äußere Merkmale wie Körperbau, glänzende Augen, glatte Haut und eine manigfaltige Gestik, welche auf Aktivität, Gesundheit und einen hohen Reproduktionswert hinweisen, legen, verzeihen Frauen oftmals kleine Makel an ihrem möglichen Partner. Dennoch sollten Männer stets auf ein gepflegtes Äußeres achten. Insbesondere können Männer mit einer athletischen Figur, breiten Schultern und einem markanten Kinn punkten. Aber auch akustisch kann eine Frau überzeugt werden: Durch eine klangvolle Nachrichtensprecherstimme, welche Dominanz, Zuverlässigkeit und Durchsetzungsfähigkeit versprechen lässt, können äußerliche Mängel ausgeglichen werden. Gründe dafür sind evolutionsbiologischer Herkunft: Frauen wählen unbewusst „echte Kerle“ mit einem hohen Testosteronspiegel, die als Familienväter in Frage kommen und Schutz und Geborgenheit vermitteln. Machos und „Softies“ sowie Männer mit protzigen Autos und teuren Uhren stehen allerdings an letzter Stelle bei der Partnerwahl.

Im Zuge eines Experiments sollten Testpersonen den sympathischsten Mann nach ihrem Ermessen auswählen. Die meisten Frauen wählten ihr eigenes Gesicht, welches am Computer verändert und mit maskulinen Gesichtszügen ausgestattet wurde. Eine aktuelle Studie der Online-Partnervermittlung ElitePartner.de besagt, dass Humor, Bildung und Treue höchste Priorität bei der Partnersuche sei. So bevorzugen etwa 70 Prozent der Frauen Männer, die sich nicht zu wichtig nehmen und auch Witze über sich selbst machen können. Diese Eigenschaften vermitteln der Frau eine „perfekte Beziehung“ in der Zukunft: „Frauen wünschen sich emotionale Nähe und Sicherheit, einen guten sozialen Status und positiven Lebensmittelpunkt als Gegenentwurf zum stressigen Alltag. Dafür sind diese drei Eigenschaften von großem Wert. Humor schafft Optimismus, Bildung erhöht die Wahrscheinlichkeit auf einen guten Job, und Treue sorgt für ein Gefühl von Geborgenheit und Nähe“, begründet die Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von Elite-Partner.de. Komplimente, die auf Schönheit, Intelligenz und den Charme der Partnerin anspielen, sind besonders gefragt.

Trotz der gesellschaftlichen Umstrukturierung und der Emanzipation in den letzten 50 Jahren sind es zumeist Ehrlichkeit, Freundlichkeit, gute Manieren, Ehrgeiz, Kinderliebe, Rücksichtnahme, Zuverlässigkeit und die Fähigkeit zuzuhören und ähnliche Charakterzüge mit denen die Männer Punkte sammeln können. Rund 84 Prozent aller Frauen wünschen sich mehr Einfühlsamkeit von ihrem Partner und ein offenes Ohr, wenn es um Liebesglück oder Liebesleid geht. Fast ein Drittel der weiblichen Partner fühlt sich von ihren Männern mit der Kindererziehung alleine gelassen. Eine Stunde und zwölf Minuten beschäftigen sich deutsche Väter im Durchschnitt mit kleineren Kindern, später nur noch rund 53 Minuten und nur etwa 2 Prozent aller männlichen Partner nehmen Erziehungsurlaub. Auch mit der finanziellen Unabhängigkeit der Frauen bevorzugen sie Männer, die ihnen in Bezug auf Bildung und Einkommen überlegen oder gleichgestellt sind, stellte der Bamberger Soziologie-Professor Hans-Peter Blossfeld heraus. Selbst wenn die Frau die Hauptverdienerin ist, hat es den Anschein als sei es umgekehrt. Während die Frauen einen sozial gut gestellten „Ernährer“ suchen, legen Männer weniger Wert auf den sozialen Status: „Dass ein Arzt eine Krankenschwester heiratet, ist durchweg normal. Eine Ärztin mit einem Pfleger hingegen sehr ungewöhnlich und gesellschaftlich wenig angesehen.“, meint Blossfeld. Typisch ist es für Frauen ältere Partner zu wählen, meist 2 bis 5 Jahre über ihrem eigenen Alter. Paare mit einem sehr großen Altersunterschied sind heute keine Seltenheit mehr, bleiben jedoch die Ausnahme.

Die Partnersuche betreibt die „moderne Frau“ heute aktiver als noch vor 20 Jahren. In der Zwischenzeit sind Frauen wesentlich selbstbewusster geworden und beteiligen sich mit einer größeren Gelassenheit: „Allein zu leben bedeutet heute kein gesellschaftliches Stigma mehr. Für kurze Zeit macht es vielen sogar Spaß. Anders als die meisten Männer kommen Frauen prima damit klar. Sie haben in der Regel ein hervorragendes soziales Netz, das ihnen Geborgenheit vermittelt, enge Beziehungen zu ihren Freundinnen und genügend Möglichkeiten, sich auch verbal auszutauschen.“, glaubt auch Fischbach. Weiterhin sollten sich Männer auf eine schwache Kompromissbereitschaft einstellen, wenn es darum geht, dass Frauen aufgrund ihrer neuen Beziehung wichtige Aspekte ihres Lebens aufgeben müssten. So sind es nur sieben Prozent der weiblichen Singles, die für eine neue Partnerschaft alte Freunde und Bekannte vernachlässigen würden und nur etwa fünf Prozent, die für einen neuen Mann ihren Job opfern würden. Im Alter von 55+ sinkt die Kompromissbereitschaft auf ein Minimum herab. Rund 13 Prozent sehen sogar vollständig von Kompromissen ab. Auch das Zusammenwohnen ist für Ältere oft kein Muss – gemeinsame Unternehmungen und gemeinsam in den Urlaub fahren, spricht sie häufig mehr an.

Alles in Allem verfällt der moderne weibliche Single nicht in Zeitdruck und glaubt sich einen Partner suchen zu müssen. Vielmehr suchen sie die große Liebe und geben sich hierfür die nötige Zeit, um den Richtigen zu finden.

Foto: berwis/Pixelio.de
Quellenhinweis:
Elle
Berlinonline
Wikipedia

Das Treffen mit dem Nokia-Chef

Das Treffen mit dem Nokia-ChefBei einem Treffen mit der Bochumer Oberbürgermeisterin sollen sich nach den Angaben der „Bild am Sonntag“ der Ministerpräsident (CDU) und der Nokia-Gesamtbetriebsrat darauf geeinigt haben, dass die Standortserhaltung in Bochum höchste Priorität erhält. Hierfür soll das Gespräch zwischen der Ministerin Christa Thoben (CDU) und dem Nokia-Chef Kallasvuo einen hohen Anteil tragen. Aus Sicht des Konzerns stehe einer Zusammenarbeit jedenfalls nichts im Wege.

Noch einen Tag zuvor, am Sonntag den 27.01.2008, hoben die Nokia-Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung ihre Kampfbereitschaft deutlich hervor. Nichtsdestotrotz soll es in nächster Zeit keine Streiks geben, vielmehr engagieren sich der Betriebsrat und die Gewerkschaft an den Verhandlungen mit der Konzernsleitung. Dort verhandeln die beiden Parteien nicht etwa über Sozialpläne, sondern über den Erhalt des Standorts. Um der Protestaktion Nachdruck zu verleihen, ist bereits für den 10. Februar eine Menschenkette rund um das Werk geplant. Weiterhin soll ein Fragenkatalog nach Finnland versendet werden, da der Betriebsrat der Konzernführung eine Falschberechnung der anfallenden Personalkosten unterstellt und hier Aufklärung verlangt.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso bot bereits seine Unterstützung für Umschulungen der Mitarbeiter an und scheint nicht mehr mit dem Erhalt des Nokia-Werks zu rechnen, die SPD hingegen gibt den Kampf nicht auf: Am heutigen Montagabend, den 28.01.2008, erwartet man den SPD-Bundesvorsitzenden Kurt Beck zu einem „Solidaritätsparteitag“ des SPD-Unterbezirks in Bochum. Währenddessen prüft die Landesregierung, ob ein Verstoß seitens Nokias gegen die Subventionsauflagen vorliegt. Es wird vermutet, dass vom Konzern jahrelang weniger Mitarbeiter eingestellt wurden als vereinbart.

Foto: S. Hofschlaeger/Pixelio.de

Kritik-Hagel über Nokia

Kritik-Hagel über NokiaAm heutigen Dienstag, den 22. Januar 2008, entstand vor dem Bochumer Nokia-Werk, welchem die Schließung droht, eine Demonstrations- und Protestbewegung gegen Nokia. Symbolisch trugen die Demonstranten an der Front einen Sarg mit der Aufschrift „Nokia“. Im Laufe der Demonstration schlossen sich auch zahllose weitere Mitarbeiter anderer Betriebe dem Protestmarsch an.

Berthold Huber, Chef der IG Metall, forderte das Management des Handy-Herstellers zu Verhandlungen auf, drohte jedoch im gleichen Zuge mit einem Arbeitskampf, sollte der Schließungsbeschluss weiterhin bestehen bleiben. „Eine solche Auseinandersetzung wird die Marke Nokia nicht ungeschoren lassen“, meint Huber. Aber nicht nur Huber, sondern auch die IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm und die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach beschäftigen sich zurzeit mit dem Thema. Jedoch kamen die drei am Montag in einem Gespräch mit dem Nokia-Vorstand zu keinem Ergebnis.

Die Arbeit im Bochumer Handy-Werk wurde vorerst eingestellt, solange die Protestaktionen laufen. Neben der Belegschaft selbst zählte die Polizei 15.000 Menschen bei der Kundgebung in Bochum, unter ihnen auch Mitarbeiter des VW-Werks in Wolfsburg, Opel-Mitarbeiter aus Rüsselsheim und Ford-Leute aus Köln. Neben ihnen demonstrierten Bergleute aus Recklinghausen, Stahlarbeiter aus Duisburg, NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Linken und die vollständige SPD-Landtagsfraktion, die spontan ihre Sitzung nach Bochum verlegte.

Frank Schubert, Betriebsrat bei Nokia, zeigte sich zunehmend erschüttert über die Aufruhen: „Wir bekommen täglich Gänsehaut, wenn wir sehen, wie die Menschen im Land hinter uns stehen.“ Er berichtete, dass die 19 Betriebsräte seit Tagen Sonderschichten schieben und häufig besorgte Mitarbeiter betreuen müssten. Die Demonstranten lassen sich davon nicht beirren und es solle ab dem heutigen Dienstag eine dauerhafte Mahnwache vor dem Nokiabetrieb eingerichtet werden. Dafür habe die Feuerwehr bereits ein Zelt geliefert. „Wir richten uns auf Tage, wenn nicht sogar auf Wochen ein“, kündigte Schubert an.

Foto: Markus Hein/Pixelio.de

Waffenhandel der Staatsanwaltschaft

Waffenhandel der StaatsanwaltschaftLaut den Informationen eines Berichtes im NDR stellte die Hamburger Staatsanwaltschaft den Online-Verkauf von Messern und Baseballschlägern, die vorhergehend von der Polizei beschlagnahmt wurden, ein. „Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft war vollkommen inakzeptabel und spricht sowohl ihrer Rolle als Strafverfolgungsbehörde als auch dem Gedanken des Opferschutzes Hohn“, stellte Justizsenator Carsten Lüdemann heraus. Unter anderem gehörten zwölf Messer „mit Gebrauchsspuren“ zum Angebot der Staatsanwaltschaft. Der Mindestpreis betrug 75 Euro.

Nun forderte die SPD genauere Informationen zu den bisherigen Auktionen. Mit Empörung beurteilte Andreas Dressel, Innenexperte der SPD, die Online-Aktivitäten: „Dass die Staatsanwaltschaft im Internet als Waffenhändler auftritt, ist eine nicht hinnehmbare politische Instinktlosigkeit.“ Schon seit Dezember 2007 gilt an einigen Plätzen in der Hansestadt ein striktes Waffenverbot.

Obwohl es keine rechtlichen Beanstandungen aufgrund der Versteigerungen gebe, sei die symbolische Wirkung sehr negativ, so Rüdiger Bagger, Sprecher der Hamburger Staatsanwaltschaft. Ähnliche Auktionen wurden von der Hamburger Staatsanwaltschaft selbst bis auf Weiteres gestoppt. Die Justizbehörde steht der Korrektur dieses Fehlers mit Erleichterung gegenüber. Dennoch forderte die Behörde einen ausführlichen Bericht des Oberstaatsanwaltes an, um ähnliche Auktionen überprüfen zu können.

Auch die Innenbehörde kann bei einer derartigen Leichtfertigkeit nur mit dem Kopf schütteln: „Wir verhängen Waffenverbote und kassieren Messer und auch Baseballschläger ein – und anschließend kann man diese Teile günstig bei der Staatsanwaltschaft erwerben.“ Offizielle Stellungnahmen gab es seitens der Innenbehörde jedoch nicht.

Foto: Harry Hautumm
Quellenhinweis: NDR.de

Erhöhung der Krankenkassenbeiträge erwartetGesundheitsexperten und Vorstände mehrerer Krankenkassen sind sich einig: Die Einführung des Gesundheitsfonds wird zu einer Anhebung der Krankenkassenbeiträge auf bis zu 15,5 Prozent führen und mehrere Millionen gesetzlich Krankenversicherte sollten sich bis zum Jahr 2009 auf die Erhöhung einstellen. Das bestätigte auch der Vorstandsvorsitzende der Barmer Johannes Vöcking gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“: „Ich halte einen bundesweit einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent für das Jahr 2009 für durchaus plausibel.“ Experten erwarten allein aufgrund der Reform der ärztlichen Löhne schon eine Beitragserhöhung von 0,25 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass 2009 eine 15 Prozent vor dem Komma stehen wird“, vermutet auch Norbert Klusen, Chef der Techniker Krankenkasse.

Der durchschnittliche Beitragssatz beträgt zurzeit 14,8 Prozent, welcher sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer getragen wird. Ingo Kailuweit, Vorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), hält eine Anhebung durch die hohen Ausgaben der Krankenkassen ebenfalls für realistisch. „Aus heutiger Sicht ist ein Beitragssatz für 2009 von 15,5 Prozent realistisch.“ Das Problem der hohen Ausgaben löse sich durch den Gesundheitsfond nicht.

Eine Studie des Münchner Instituts für Gesundheitsökonomik (lfG), die die erwartete Erhöhung der belegen soll, wurde vom Bundesgesundheitsministerium heftig kritisiert. Eine Sprecherin wies die Erwartungen einer Erhöhung der Kassenbeiträge zurück und hält dies für eine unseriöse Spekulation. Ihrer Aussage zufolge haben die Krankenkassen Schulden abgebaut und die wirtschaftliche Lage sähe momentan sehr gut aus. Neben der guten Konjunktur steige auch der Bundeszuschuss im Jahr 2009 wieder auf 4 Milliarden Euro, welcher eine Beitragserhöhung entkräfte. Stattdessen schätzt der IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer, dass ein Beitragsanstieg auf 15,5 Prozent „mehrere Zehntausend Jobs“ gefährdet.

Foto: Claudia Hautumm
Quellenhinweis: tagesschau.de

Erziehungscamps und das InformationschaosNach Jugendministier Armin Laschets (CDU) Ankündigung eines Erziehungscamps in Nordrhein-Westfalen in der Ortschaft Neukirchen-Vluyn kamen viele Fragen über die Planung auf. Kurz darauf stellte sich heraus, dass nicht in Neukirchen-Vluyn, sondern innerhalb von Bedburg-Hau ein Camp errichtet werden soll.

Schon in den nächsten Wochen soll das erste Erziehungscamp im Kreis Kleve hergerichtet und für den Einzug von acht Jugendlichen zwischen 12 und 15 Jahren vorbereitet werden, erklärten Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) und Laschet. Kurz zuvor sprach der Jugendminister noch von einer Einrichtung in Neukirchen-Vluyn für 25 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Laut einer Sprecherin des Jugendministeriums handle es sich hierbei um eine Verwechselung der Ortschaften und der dort geplanten Projekte seitens des Ministers.

Jugendlichen bzw. minderjährigen Straftätern soll in dem Erziehungslager eine Betreuung geboten werden, die ihnen helfen soll sich wieder in die Gesellschaft und das soziale Leben integrieren zu können. Träger der Aktion ist nach aktuellen Informationen die EJF Kaiserswerther Jugendhilfe. Erst in der zweiten Ausbaustufe kommen ältere Straftäter hinzu, so die Ministerien. Weiterhin heißt es: „Solche Erziehungscamps, in denen jugendliche Täter mit strengen Regeln, Sport, Disziplin, Arbeit und Verhaltenstraining wieder einen Weg in die Gesellschaft finden, sollen auch an anderen Orten in Nordrhein-Westfalen entstehen.“ Fest steht bereits, dass die Ministerien die Methoden der Erziehungscamps in den USA ablehnen und diese nicht nach diesem Vorbild leiten werden. Es sei nicht das Ziel die jungen Straftäter in den Lagern zu demütigen.

Die neuen Einrichtungen sind nur ein Teil der geplanten Reform gegen Jugendkriminalität. Bereits heute denken die Ministerien über einen Warnarrest für Jugendliche nach und für Täter im Alter von 18 bis 21 Jahren fordern sie die Anwendung des Erwachsenenstrafrechts.

Foto: Steffen Hellwig
Quellenhinweis: WDR.de

6000 Euro Zuschuss für Auszubildende

6000 Euro Zuschuss für AuszubildendeDie große Koalition scheint sich einig zu sein: Es muss finanzielle Anreize für die deutschen Betriebe geben auch besonders schwer vermittelbaren Jugendlichen eine Ausbildungsstelle zu ermöglichen. Der einmalige Zuschuss für das Unternehmen soll zwischen 4000 und 6000 Euro liegen, genaueres gibt das Kabinett jedoch erst am kommenden Mittwoch bekannt, berichtete Nachrichtenagentur Reuters.

Den Koalitionskreisen zufolge, hängt der Ausbildungsbonus von der Höhe des Ausbildungsgehaltes ab. So plant die Regierung Vergütungen von 4000 Euro für Auszubildende mit einem Gehalt unter 500 Euro, für eine Ausbildungsvergütung zwischen 500 und 750 Euro gäbe es einen Bonus von 5000 Euro und Gehälter über 750 Euro werden den Betrieben mit 6000 Euro vergütet. Voraussetzung dafür sei einen zusätzlichen Ausbildungsplatz zu den bereits vorhanden anzubieten. Vorerst solle das Programm bis zum 31. Dezember 2010 laufen.

Der Ausbildungszuschuss ist ein Teil der aktuellen Qualifizierungsinitiative des Bildungsministeriums und wird am Mittwoch dem Kabinett vorgestellt. Nach den Vorstellungen der Koalition profitieren Lernbehinderte, die dadurch benachteiligt werden, sowie Altbewerber, welche seit zwei Jahren oder mehr vergeblich einen Ausbildungsplatz suchen und über nicht mehr als einen Realschulabschluss verfügen, von dem Ausbildungsbonus. Bereits im Dezember 2007 kündigte Arbeitsminister Olaf Scholz den Zuschuss für die Betriebe an und verspricht sich davon, dass rund 90.000 Stellen in den nächsten drei Jahren von Altbewerbern besetzt werden können. Bei den 90.000 Ausbildungsplätzen und einem Mindestzuschuss von 4000 Euro betragen die Gesamtausgaben schon 360 Millionen Euro. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ erklärte die Bildungsministerin Anette Schavan, dass die Kosten ungefähr 500 Millionen Euro umfassen werden.

Der kommende Zuschuss würde ebenso eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Jugendgewalt spielen, betonte Schavan gegenüber der „Neuen Presse“: „Verpasste Bildungschancen wirken sich gravierend auf die persönlichen und beruflichen Perspektiven Jugendlicher aus. Darunter leidet das Selbstbewusstsein und die Gewaltbereitschaft steigt.“

Foto: Claudia Hautumm
Quellenhinweis: tagesschau.de

Hartz-IV: Kein Schutz vor Obdachlosigkeit

Hartz-IV Kein Schutz vor ObdachlosigkeitEin Bericht in den Tagesthemen zeigte, dass gerade jungen Leuten kaum Zukunftschancen geboten werden, denn schon an den Hartz-IV-Leistungen mangelt es häufig. Zahlt das Amt kein Hartz-IV, so bleibt vielen nur die Obdachlosigkeit.

Die Obdachlosigkeitsrate der jungen Mitmenschen ist in letzter Zeit besonders stark angestiegen. „Platte machen“ nennen es die Jugendlichen. „Das merken wir in Hamburg, es ist aber auch klar, dass es bundesweit eine solche Entwicklung gibt“, meinte auch Regina Barthel, zuständig für Entwicklung, Planung und soziale Arbeit bei der öffentlichen Anstalt „fördern und wohnen“. Zu der betroffenen Gruppe zählt Barthel besonders die Jungerwachsenden von 20 bis 25 Jahren. Grund dafür ist die Verschärfung des Hartz-IV-Gesetzes für Unter-25-Jährige vor 1,5 Jahren.

Das Pik As in Hamburg bietet Obdachlosen eine vorläufige Notunterkunft, damit diese nicht auf der Straße übernachten müssen. „Kinderzimmer“ nennen sie die Unterkünfte für die Jugendlichen, die sich hier ihr Schicksal mit anderen Betroffenen teilen. Den Teufelskreis erkannte ein junger Mann: „Wenn man keine Arbeit hat, krieg man keine Wohnung und wenn man keine Wohnung hat, kriegt man keine Arbeit.“ Schon eineinhalb Jahre bekomme er keine Leistungen vom Staat erteilt, denn er könne ja bis zum Alter von 25 Jahren zu seinen Eltern ziehen, so verlangt es das Amt. Unbeachtet bleibt, dass viele Jugendliche aus zerrütteten Verhältnissen stammen und ein andauernder Aufenthalt bei den Eltern nicht möglich ist. Barthel spricht hierbei auch von „verdeckter Obdachlosigkeit“.

Die Obdachlosenzeitung erfuhr dieses Jahr einen großen Andrang. Etwa dreimal so viele junge Verkäufer versuchen hier ihren Unterhalt zu verdienen, um sich über Wasser halten zu können. Es kommt zunehmend vor, dass Leistungen der jungen Leute gestrichen werden, denn „bei Jugendlichen bzw. Jungerwachsenden in der Altersgruppe von 18 bis 25 laufen viel schneller die Sanktionen an als bei den normalen Langzeitarbeitlosen“, meint auch Stephan Karrenbauer, Mitarbeiter der „Hinz&Kunzt“-Obdachlosenzeitung. Durch einen Fehltritt der Hartz-IV-Empfänger könne der Sachbearbeiter bereits die Leistungen vollständig streichen.

Foto: Schubalu

Keine Demokratie vor 2017 in China

Keine Demokratie vor 2017 in ChinaNachdem China eine Demokratisierung vor dem Jahr 2017 ablehnte, wartet Hongkong weiterhin auf freie Wahlen. Die Forderung nach allgemeinen, freien Wahlen für das Jahr 2012 wies der Ständige Ausschuss des Nationalen Volkskongresses in Peking zurück. Hingegen könnten fünf Jahre später die Einwohner der Sonderverwaltungszone ihren Regierungschef in einer direkten Wahl bestimmen. Vermutlich werden ab 2020 die Abgeordneten des Parlaments in Hongkong und die des Legislativrats durch demokratische Regeln bestimmt.

Nach Ansicht des Verwaltungsratschefs der früheren britischen Kronkolonie Donald Tsang ist dies ein „sehr wichtiger Schritt“ für die Zukunft. Die Entscheidung aus Peking stellte besonders für die Einwohner der Finanzmetropole, die demokratische Wahlen im Jahr 2012 befürworten würden, einen schweren Rückschlag dar. Schon 1997 bei der Verabschiedung des Grundgesetzes, welches ebenfalls demokratische Aussichten enthielt, setzte sich China mit der Problematik auseinander. Einen Termin jedoch, legte die damalige Regierung Pekings nicht fest.

Der Verwaltungsratschef Hongkongs wird zurzeit von einem Ausschuss bestimmt. Unter seinen 800 Mitgliedern befinden sich fast ausschließlich loyale Anhänger Pekings aktueller Politik. Nur die Hälfte der Abgeordneten des Parlaments gehen aus direkten Wahlen hervor, während sich die anderen 30 Abgeordneten aus Geschäftsleuten und Vertretern unterschiedlichster Berufsgruppen zusammensetzen, die ebenfalls die Richtung der chinesischen Regierung unterstützen.

Foto: S. Hofschlaeger
Quellenhinweis: tagesschau.de