Erhöhung der Krankenkassenbeiträge erwartetGesundheitsexperten und Vorstände mehrerer Krankenkassen sind sich einig: Die Einführung des Gesundheitsfonds wird zu einer Anhebung der Krankenkassenbeiträge auf bis zu 15,5 Prozent führen und mehrere Millionen gesetzlich Krankenversicherte sollten sich bis zum Jahr 2009 auf die Erhöhung einstellen. Das bestätigte auch der Vorstandsvorsitzende der Barmer Johannes Vöcking gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“: „Ich halte einen bundesweit einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent für das Jahr 2009 für durchaus plausibel.“ Experten erwarten allein aufgrund der Reform der ärztlichen Löhne schon eine Beitragserhöhung von 0,25 Prozent. „Wir gehen davon aus, dass 2009 eine 15 Prozent vor dem Komma stehen wird“, vermutet auch Norbert Klusen, Chef der Techniker Krankenkasse.

Der durchschnittliche Beitragssatz beträgt zurzeit 14,8 Prozent, welcher sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer getragen wird. Ingo Kailuweit, Vorsitzender der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH), hält eine Anhebung durch die hohen Ausgaben der Krankenkassen ebenfalls für realistisch. „Aus heutiger Sicht ist ein Beitragssatz für 2009 von 15,5 Prozent realistisch.“ Das Problem der hohen Ausgaben löse sich durch den Gesundheitsfond nicht.

Eine Studie des Münchner Instituts für Gesundheitsökonomik (lfG), die die erwartete Erhöhung der belegen soll, wurde vom Bundesgesundheitsministerium heftig kritisiert. Eine Sprecherin wies die Erwartungen einer Erhöhung der Kassenbeiträge zurück und hält dies für eine unseriöse Spekulation. Ihrer Aussage zufolge haben die Krankenkassen Schulden abgebaut und die wirtschaftliche Lage sähe momentan sehr gut aus. Neben der guten Konjunktur steige auch der Bundeszuschuss im Jahr 2009 wieder auf 4 Milliarden Euro, welcher eine Beitragserhöhung entkräfte. Stattdessen schätzt der IW-Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer, dass ein Beitragsanstieg auf 15,5 Prozent „mehrere Zehntausend Jobs“ gefährdet.

Foto: Claudia Hautumm
Quellenhinweis: tagesschau.de