Lebensprognose.com – die Abzocke im NetzDas Internet ist ein beliebter Tummelplatz für viele Betrüger – das wissen auch die meisten Internetnutzer. Wie ist es möglich, dass dennoch unzählige Nutzer unerwartet eine Rechnung per Email bekommen?

Dieser Frage ist auch BIZZ nachgegangen: Schon einige Zeit zuvor wurde die Xentria AG für den bewussten Internet-Betrug bekannt. Testcars.de hieß eine von vielen Services der Firma. Dort versprach der Anbieter eine kostenlose Testfahrt mit einem Ferrari oder einem Lamborghini, wenig später folgte eine Rechnung von insgesamt 96 Euro. Keiner der betrogenen Internetnutzer bekam jemals die Gelegenheit die Testfahrt durchzuführen, auch Ferrari und Lamborghini beteuerten, dass eine Privatperson keine Testfahrt mit ihren Wagen durchführen dürfte. Verpflichtungen seitens Testcars.de gibt es ebenfalls nicht: „testcars.de behält sich aber das Recht vor, die Vermittlungstätigkeit nach den ersten 3 Monaten einzustellen, sofern der Teilnehmer in der Zeit bereits mehrfach als Testfahrer seitens der Autoindustrie […] abgelehnt und somit „unvermittelbar“ ist.“, so heißt es in den AGB.

Die weitere Recherche ergab, dass der Verantwortliche Stefano S., italienischer Abstammung und Wohnsitz in der Schweiz in Knonau, sei. Der Besuch bei dem vermeintlichen Geschäftsführer scheiterte, denn Herr S. war nicht anzutreffen. Verschiedene Anschriften verfolgte BIZZ bis nach Huenenberg. Dort traf das Kamerateam einen angeblichen Mitarbeiter der Xentria AG, welcher sich in Bezug auf die betrügerischen AGB als unwissend zeigte und sich auf den Vorstand Stefano S. stützte. Einige Kunden hätten sogar Testfahrten durchgeführt, versucht der junge Mann dem Fernsehteam glaubhaft erscheinen zu lassen, Beweise hierfür hat er jedoch nicht. Das „Fass ohne Boden“ sollte Stefano S. für die Abzocke im Internet von diesem Mitarbeiter überreicht bekommen.

Schon ein Jahr später nahmen die Beschwerden einer getarnten Internet-Abzocke zu. Die Xentria AG ist nun unter dem Namen Internet Service AG bekannt, die Methoden blieben jedoch gleich: Lebensprognose.com gehört neben Fuehrerscheincheck.com, effili.com, Genlogie.com und vielen mehr zu den vermeintlich kostenlosen Services, die ihre Kunden anschließend mit Abonnements und Rechnungen überraschen. Geboten wird eine fragliche Analyse, die dem Nutzer Auskunft darüber gibt wie alt er werden wird. Der Aufbau der Seite ist deutlich auf Betrug ausgelegt, denn erst beim Herunterscrollen wird im letzten Satz Auskunft zu den anfallenden Kosten von 59 Euro für die Inanspruchnahme des Testes gegeben. Für die Verbraucherzentralen ist klar – hier liegt Betrug vor und die Kunden sollten sich demnach nicht durch die Drohung eines Inkasso-Schreiben einschüchtern lassen. Empfohlen wird den eingegangen Vertrag sofortig zu widerrufen und weitere rechtliche Schritte abzuwarten.

Eine neue Welle von betrügerischen Internet-Services der ehemaligen Xentria AG veranlasste BIZZ-Moderator Sebastian Höffner zu einer erneuten Recherche. Das Kamerateam von BIZZ machte sich erneut auf den Weg zur Privatwohnung vom Geschäftsführer Stefano S. Dort traf das Team einen alten Mann an, der anfänglich nicht zu einer Aussage bereit war, später jedoch von einem einmaligen Honorar der Internet Service AG sprach. Wohlmöglich hat Stefano S. nur seinen Namen für die Firma hergegeben und ist sich über die illegalen Machenschaften von InterServ im Unklaren. Als Höffner den vermeintlichen Mitarbeiter erneut antrifft und ihn mit den Aussagen vom sogenannten Verwaltungsrat Stefano S. konfrontiert, wendet er alle Verantwortung von sich ab. Die Schweizer und Frankfurter Staatsanwaltschaft plant nun aktiv gegen die Internet Service AG vorzugehen, aktuell sind jedoch alle Services von InterServ in Betrieb und zocken nach wie vor täglich zahlreiche ahnungslose Internetnutzer ab.

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