11 Dez
Eine drohende Arbeitslosigkeit der rund 10.000 Mitarbeiter der Pin Group wurde in den letzten Tagen heftig diskutiert. Nun gibt es wieder Hoffnung: Die finanzielle Unterstützung der deutschen Sparkassen soll das Briefunternehmen bei einer erwarteten Insolvenz der Tochtergesellschaft des Axel Springer Verlags. Neben dem Vorstandsvorsitzenden Günter Thiel beteiligen sich mehrere Regional- und Bereichsvorstände an einem geplanten Management-Buy-Out (MBO). Den Aussagen Thiels zufolge sind die deutschen Sparkassen dazu bereit als Geldgeber und Gesellschafter einzutreten.
Bereits im Sommer dieses Jahres verhandelte Pin mit den Sparkassen über ein kommendes Pilotprojekt zur Nutzung der Sparkassenfilialen als Brieffilialen. „Bei einem MBO kommen auch die Sparkassen als Gesellschafter in Frage“, betonte Thiel. Einer weitgehenden Kooperation scheint demnach nichts mehr im Wege zu stehen und auch das ausgehandelte Filialenmodell soll weiterhin bestehen.
Eine endgültige Entlastung aller Mitarbeiter kann Thiel jedoch nicht versprechen: „Ich kann doch nicht Weihnachten vor die Mitarbeiter treten und sagen, die Lichter gehen aus. Nicht alle Jobs werden bei einer Fortführung von Pin zu retten sein. Aber die Mehrzahl der Leute soll ihre Stelle behalten könnten“. Dennoch bestehen positive Aussichten zur dauerhaften Sanierung des Unternehmens. „Investoren, die nicht im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen, können mit längerem Atem an das Geschäft herangehen“, stellte er heraus.
Nicht nur die „Blockadelöhne“, sondern auch die Benachteiligung bei der Mehrwertsteuer, haben sich nach der Ankündigung einer Preissenkung für Geschäftskunden der Deutschen Post zu einer großen Barriere entwickelt. Thiel kritisierte, dass das Steuerprivileg der Post gegen deutsches und europäisches Recht verstoßen würde und das die eingebüßten Einnahmen jährlich 1,5 Milliarden Euro umfassen.
Foto: Claudia Hautumm
Quellenhinweis: FAZ.net
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