11 Dez
Die Kids-Hotline gehört mittlerweile seit 1999 zu den größten und aufstrebenden Onlineberatungs-stellen für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 21 Jahren. Nach außen hin sehr seriös, doch als kurzweiliger Mitarbeiter konnte ich einmal die andere Seite von der Kids-Hotline.de kennenlernen.
Liest man sich die Prinzipien der ehrenamtlichen Einrichtung durch, so scheint alles in bester Ordnung. Wenn ich heute die Prinzipien von Kids-Hotline Revue passieren lasse, bleibe ich schon beim zweiten Punkt „Akzeptierende Haltung“ stehen: „Eine akzeptierende Haltung gegenüber der Rat suchenden Person bedeutet, sie wohlwollend in ihrer Gesamtheit anzunehmen und[…] unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebensgeschichte als sinnhaft zu akzeptieren.“, heißt es hier. Ein Blick hinter die Kulissen lässt ganz neue Eindrücke und Interpretationen zu. Schon nach wenigen Minuten berieten sich die „Peer-Berater“ während eines Gruppenchats, ob die Geschichte überhaupt real sei. „Fake Fragezeichen?“, meinte einer der Berater, worauf sein Kollege kurz darauf mit „schon!“ sehr bestimmt und eindeutig antwortete. Hier wird also nicht lang gefackelt bis eine Spekulation zur Realität wird. Von „als sinnhaft akzeptieren“ kann hier nicht mehr die Rede sein.
Während der Vater des jugendlichen Mädchens im Begriff war ihre Zimmertür einzutreten, bewies das Berater-Team Gelassenheit. Kids-Hotline hat sich hohe Ziele gesetzt, doch schon bei ganz alltäglicher Zivilcourage der Mitarbeiter scheitert es kläglich und ufert bereits in „unterlassende Hilfeleistung“. Von Kompetenz und der nötigen Flexibilität in Ausnahmesituationen keine Spur.
So gehören auch ironische und sarkastische Aussagen und Witze zum Alltag der Berater. Während die häufig verzweifelten Jugendlichen ihr Problem schildern, ist das Team im „Beraterchannel“ des Öfteren damit beschäftigt sich über den Hilfesuchenden lustig zu machen. Auch hier gilt wieder, dass dies nicht nach außen gezeigt werden darf, hinter den Kulissen allerdings geduldet und gewünscht wird.
Der Punkt „Anspruch präventiver Wirkung“ sieht vor, die Jugendlichen „im Hinblick auf eigene/fremde Verhaltens- und Konsummuster zu sensibilisieren und im Sinne von Prävention und ganzheitlicher Gesundheitsförderung auf die jungen Menschen einzuwirken.“ Eine Beratung eines Jugendlichen, der droht sich in einer Fantasiewelt zu verlieren, zeigt das Gegenteil. Er bevorzugt erotische Bilder von Monstern und anderen Kreaturen und stellt sich zudem häufig vor mit diesen Monstern in einer Liebesbeziehung zu leben. Hier wäre der vorher genannte Punkt angebracht, gemeinsam einen Weg aus dieser Traumwelt zu finden. Dennoch zog es die Forenleitung vor diese Fantasien als „normal“ zu bezeichnen und den Jugendlichen zur Fortsetzung zu motivieren.
Auch ein Berater in der Probezeit bzw. der sogenannten „Testphase“ merkt schnell, woran er bei der Kids-Hotline ist. Hierbei stehen nicht die fehlerfreie und kompetente Beratung oder die Lösung der Probleme der Hilfesuchenden im Mittelpunkt, wie nach außen hin gerne behauptet wird. Vielmehr ist es die bedingungslose Unterwürfigkeit gegenüber allen übergestellten Mitgliedern der Kids-Hotline. Jegliche Äußerung von Kritik oder Zweifeln führt in der Regel zur Kündigung und wird nicht geduldet. Selbst die sogenannten „Vertrauenspersonen“ leiten jegliche Aussagen sofortig an die Leiterin der Organisation weiter. Der Berater auf Probe erfährt erst in der Kündigung, dass seine Aussagen von der Leitung negativ konnotiert wurden und als anstößig gelten. Somit ist klar, dass das „lockere und moderne“ Team der Kids-Hotline in der Organisation noch sehr konservativ auf eine strikte Hierarchie besteht.
Bei der Einhaltung von Terminen und Zeitangaben nimmt es das Team dagegen nicht so genau. Trotz vieler Mitarbeiter kann die Höchstdauer einer Antwort von 24 Stunden nur selten eingehalten werden. Oft scheint sich tagelang nichts in den Beratungen zu rühren, obwohl es viele offene Probleme und Fragen gibt. Im Bewerbungsverfahren wird den Neubewerbern auch dazu geraten nicht zu häufig zu antworten, um zu vermeiden, dass die Jugendlichen regelmäßig bei der Kids-Hotline Hilfe suchen.
Die Kids-Hotline befasst sich täglich mit vielen sehr intimen Problemen unserer heutigen Jugend. Eine Organisation, die nach einer knappen Woche ein derartiges Bild hinterlässt, wird den Anforderungen an einen solchen Services nicht gerecht. Jeder Jugendliche sollte im Voraus wissen, worauf er sich einlässt.
Foto: Kids-Hotline
22 Dez
Das Internet ist ein beliebter Tummelplatz für viele Betrüger – das wissen auch die meisten Internetnutzer. Wie ist es möglich, dass dennoch unzählige Nutzer unerwartet eine Rechnung per Email bekommen?
Dieser Frage ist auch BIZZ nachgegangen: Schon einige Zeit zuvor wurde die Xentria AG für den bewussten Internet-Betrug bekannt. Testcars.de hieß eine von vielen Services der Firma. Dort versprach der Anbieter eine kostenlose Testfahrt mit einem Ferrari oder einem Lamborghini, wenig später folgte eine Rechnung von insgesamt 96 Euro. Keiner der betrogenen Internetnutzer bekam jemals die Gelegenheit die Testfahrt durchzuführen, auch Ferrari und Lamborghini beteuerten, dass eine Privatperson keine Testfahrt mit ihren Wagen durchführen dürfte. Verpflichtungen seitens Testcars.de gibt es ebenfalls nicht: „testcars.de behält sich aber das Recht vor, die Vermittlungstätigkeit nach den ersten 3 Monaten einzustellen, sofern der Teilnehmer in der Zeit bereits mehrfach als Testfahrer seitens der Autoindustrie […] abgelehnt und somit „unvermittelbar“ ist.“, so heißt es in den AGB.
Die weitere Recherche ergab, dass der Verantwortliche Stefano S., italienischer Abstammung und Wohnsitz in der Schweiz in Knonau, sei. Der Besuch bei dem vermeintlichen Geschäftsführer scheiterte, denn Herr S. war nicht anzutreffen. Verschiedene Anschriften verfolgte BIZZ bis nach Huenenberg. Dort traf das Kamerateam einen angeblichen Mitarbeiter der Xentria AG, welcher sich in Bezug auf die betrügerischen AGB als unwissend zeigte und sich auf den Vorstand Stefano S. stützte. Einige Kunden hätten sogar Testfahrten durchgeführt, versucht der junge Mann dem Fernsehteam glaubhaft erscheinen zu lassen, Beweise hierfür hat er jedoch nicht. Das „Fass ohne Boden“ sollte Stefano S. für die Abzocke im Internet von diesem Mitarbeiter überreicht bekommen.
Schon ein Jahr später nahmen die Beschwerden einer getarnten Internet-Abzocke zu. Die Xentria AG ist nun unter dem Namen Internet Service AG bekannt, die Methoden blieben jedoch gleich: Lebensprognose.com gehört neben Fuehrerscheincheck.com, effili.com, Genlogie.com und vielen mehr zu den vermeintlich kostenlosen Services, die ihre Kunden anschließend mit Abonnements und Rechnungen überraschen. Geboten wird eine fragliche Analyse, die dem Nutzer Auskunft darüber gibt wie alt er werden wird. Der Aufbau der Seite ist deutlich auf Betrug ausgelegt, denn erst beim Herunterscrollen wird im letzten Satz Auskunft zu den anfallenden Kosten von 59 Euro für die Inanspruchnahme des Testes gegeben. Für die Verbraucherzentralen ist klar – hier liegt Betrug vor und die Kunden sollten sich demnach nicht durch die Drohung eines Inkasso-Schreiben einschüchtern lassen. Empfohlen wird den eingegangen Vertrag sofortig zu widerrufen und weitere rechtliche Schritte abzuwarten.
Eine neue Welle von betrügerischen Internet-Services der ehemaligen Xentria AG veranlasste BIZZ-Moderator Sebastian Höffner zu einer erneuten Recherche. Das Kamerateam von BIZZ machte sich erneut auf den Weg zur Privatwohnung vom Geschäftsführer Stefano S. Dort traf das Team einen alten Mann an, der anfänglich nicht zu einer Aussage bereit war, später jedoch von einem einmaligen Honorar der Internet Service AG sprach. Wohlmöglich hat Stefano S. nur seinen Namen für die Firma hergegeben und ist sich über die illegalen Machenschaften von InterServ im Unklaren. Als Höffner den vermeintlichen Mitarbeiter erneut antrifft und ihn mit den Aussagen vom sogenannten Verwaltungsrat Stefano S. konfrontiert, wendet er alle Verantwortung von sich ab. Die Schweizer und Frankfurter Staatsanwaltschaft plant nun aktiv gegen die Internet Service AG vorzugehen, aktuell sind jedoch alle Services von InterServ in Betrieb und zocken nach wie vor täglich zahlreiche ahnungslose Internetnutzer ab.
Foto: kalbeleins.de
19 Dez
AMD-ATI-sucks.com heißt die neue Webseite von Allen Harkleroad, welche Belege dafür bieten soll, wie „schlecht“ die Produkte von AMD und ATI seien. An Informationen und Fakten scheint es für den Beweis jedoch zu mangeln, denn die gegebenen Aussagen beziehen sich vorwiegend auf Probleme mit der ATI X1950 Pro AGP und Windows Vista, sowie dem aktuellen Aktienstand von AMD an der Börse.
Dem ungeachtet verbucht die sehr einfach gestaltete und angelegte Webseite schon mehr als 60.000 Besucher seit der Veröffentlichung am 15.12.2007. Revolutionär ist die neue Internet-Präsenz jedoch nicht, denn es wird nicht viel Neues geboten und die Homepage liefert keine überzeugenden, handfesten Informationen. Wohlmöglich sind die hohen Besucherzahlen nur mit der Absurdität der Idee zu begründen, denn der Sinn ist als stark zweifelhaft anzusehen.
Foto: AMD.de
Quellenhinweis: GameStar
18 Dez
Jeder, der den Namen „Microsoft“ hört, denkt sofort an den Redmonder Softwaregiganten Microsoft, jedoch nicht in Portugal. Dort ist dieser unter dem Namen „MSFT“ bekannt, denn schon im Jahr 1981 ließ sich ein portugiesischer Elektrohändler den Namen schützen, das Softwareunternehmen hingegen erst im Jahre 1990.
Dem jahrelangen Rechtsstreit möchte Ricardo Carvalho, Geschäftsführer von Microsoft Informática, nicht mehr ausgesetzt sein und entschied sich den Firmennamen „Microsoft Informática, Lda“ morgen, den 19.12.2007, bei Ebay zu versteigern: „Zuletzt hieß es bei MSFT, sie wären an unserem Markennamen interessiert, hätten aber noch weiteren Verhandlungsbedarf“. Der Startpreis für das Schutzrecht auf den Namen Microsoft soll bei einer Millionen Dollar liegen.
„Wir haben in der Vergangenheit bereits mehrmals Verhandlungen geführt und wollen jetzt nicht mehr auf die Amerikaner warten“, berichtet Carvalho. Zur geplanten Versteigerung wollte sich Microsoft Portugal bzw. MSFT bislang nicht äußern, die Chancen, dass der Redmonder Softwaregigant den Zuschlag für den Firmennamen erhält, dürften allerdings sehr hoch stehen.
Foto: Daniel F. Pigatto
Quellenhinweis: CRN.de
13 Dez
Laut Informationen des ZDF-Hauptstadtstudios ist ein wöchentliches Fernseh-Magazin namens „Streik-TV“ von der Gewerkschaft ver.di in Planung. Das Projekt ist bereits für den Januar 2008 geplant und soll daher vom ver.di-Bundesvorstand am kommenden Montag unterzeichnet und genehmigt werden.
Aufgrund der Alterung vieler Gewerkschaften soll das Fernseh-Magazin insbesondere die Jugend Deutschlands ansprechen, sowie eine bessere mediale Begleitung des Arbeitskampfes im Jahr 2008, wie zum Beispiel im Einzelhandel, gewährleisten. „Jugendlich“ und „modern“ sind die Stichworte der ver.di-Verantwortlichen für die erscheinende Sendung, welche von professionellen Fernsehjournalisten, die unter anderem bei dem Lifestylemagazin „Polylux“ im RBB mitgewirkt haben, geführt und geleitet wird. Das Budget des Projektes betrachtet ein Insider als „erheblich“. Bereits Anfang Dezember gab es erste Dreheinsätze zum Bundesparteitag in Hannover, bei dem die Journalisten von „Streik-TV“ CDU-Politiker zum Thema Mindestlohn befragten.
Während für neue Formate in der TV-Branche meist größtenteils freie Mitarbeiten arbeiten, wurden die an „Streik-TV“ beteiligten Journalisten fest angestellt. Nach den Informationen des ZDF ist davon auszugehen, dass das Fernseh-Magazin ein langfristiges Projekt der Gewerkschaft ver.di – keinesfalls nur ein Versuch – darstellen wird. Bislang sind lediglich die Planungen des Projektes von ver.di offiziell bestätigt worden – zu Einzelheiten wollte sich die ver.di-Pressestelle zurzeit nicht äußern. Bekannt ist jedoch, dass sich weitere große Gewerkschaften wie die IG-Metall oder der DGB nicht am Projekt beteiligen.
Foto: Stefan Häusler
Quellenhinweis: Heute.de
7 Dez
Nachdem das Gesetz für eine sechsmonatige Vorratsdatenspeicherung vom Bundestag beschlossen wurde, verlangt Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) mehr. Online-Durchsuchungen sollen ebenfalls dazu dienen terroristische Anschläge zu verhindern und eine bessere Aufklärung von Kriminalfällen möglich zu machen.
Der stellvertretende Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum entgegnete dem Gesetzesvorschlag einer legalen Online-Durchsuchung mit starken Zweifeln und erklärte, dass dieser kein „Wundermittel“ sei. „Der Ruf nach der Online-Durchsuchung geht oft ins Leere“, verkündete Griesbaum auf dem Triberger Symposium zum Thema „Terrorismusbekämpfung gestern und heute“. Dabei bringt Griesbaum, Leiter der Abteilung Terrorismus bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, an, dass die Wirksamkeit einer Online-Durchsuchung vor einer Umsetzung geklärt sein müsste und verweist auf Fall der Terrorverdächtigen im Sauerland. Die Verdächtigten wechselten regelmäßig ihre genutzten Laptops und ihre Standorte. In diesem Fall wäre ein Ausspähen der Festplatten nicht möglich gewesen und der Gesetzesvorschlag erweist sich hierbei als nutzlos. „Wir stellen im Moment fest, dass dieses abgeschlossene Arbeiten an einem Computer eher die Ausnahme ist“, stellte Griesbaum heraus und die Maßnahme wäre nur erfolgreich, wenn die Täter ihre Vorhaben auf ein und demselben Computer abspeichern.
Traditionelle Ermittlungsmethoden wie z.B. Hausdurchsuchungen seien dagegen viel effektiver und eine schnellere Auswertung der Bilanzen hält Griesbaum für die bessere Lösung im Kampf gegen den Terrorismus und die Korruption: „Da schlummern wahrscheinlich herrliche Ermittlungsergebnisse“. Zu beachten ist, dass ein effektiver Einsatz derartiger Methoden nur mit der nötigen Ausstattung möglich ist. Daher forderte Rainer Griesbaum dazu auf die Sicherheitsbehörden ausreichend auszustatten.
Auch der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll (FDP) bemängelte Schäubles Vorschlag die Computer zu überwachen. „In der Hoffnung auf eine Verbesserung der Terrorbekämpfung“ seien seit dem Terroranschlag des 11. September zahlreiche Gesetzesänderungen getätigt worden, jedoch sind nur einige „sinnvoll, viele aber überflüssig“, erklärte Goll. Ebenso gab er in einem Statement bekannt, dass die Vorratsspeicherung, welche er als vermeintliche Wunderwaffe im Kampf gegen den Terror deutete, keine sinnvolle Lösung sei: „Die viel diskutierte Online-Durchsuchung oder die bereits beschlossene Vorratsdatenspeicherung sind Instrumente, die herzlich wenig nutzen, aber viel schaden, weil sie alle friedlichen Bürgerinnen und Bürger unter Generalverdacht stellen. Das lehne ich ab!“.
Foto: S. Hofschlaeger
Quellenhinweis: Golem.de
3 Dez
Nach mehr als einem Jahr verbucht der Internet Explorer 7, kurz IE 7, des Großunternehmens Microsoft 300 Millionen Internetnutzer, berichtete Tony Chor, der Microsoft Group Program Manager, in seinem Weblog. Statistiken und Daten lägen hierbei den internen Auswertungen von Microsoft und der damit verbundenen Visual Sciences Corporation zugrunde. In der Tabellenführung folgt nach dem Internet Explorer 6 der IE 7 mit einer Zweitplatzierung. Chors Erwartungen zufolge wird die 7. Version des verbreiteten Microsoft-Browsers schon bald den ersten Platz im Ranking erreichen.
Neben der starken Verbreitung sieht der Microsoft-Manager auch im Bereich „Sicherheit“ Fortschritte. Dabei verweist Chor auf diverse Berichte, die bei dem IE 7 eine geringere Anzahl von Sicherheitslücken als dessen Vorläufer oder die konkurrierenden Webbrowser belegen solle. Demnach werden innerhalb einer Woche rund 900.000 Phishing-Versuche geblockt und die Anrufe im Support-Call-Center wären ebenfalls um bis zu 20 Prozent gesunken. Schätzungen des Konkurrenten Mozilla zufolge nutzen zurzeit mindestens 126 Millionen Internetnutzer den Browser Firefox.
Quellenhinweis: Heise.de
29 Nov
Die Ergebnisse einer Studie der University of Michigan haben ergeben, dass Spiele durchaus ein Gefährdungsfaktor für Gewalttaten darstellen. Diese Analyse bezieht sich auf Schlussfolgerungen von Untersuchungen und Experimenten der letzten 50 Jahre, welche den Einfluss von Filmen, dem Fernsehen und den Computer- und Videospielen erforschten. Laut den Aussagen eines Professors ist die virtuelle Gewalt ein Risikofaktor, denn 60 Prozent aller Fernsehsendungen enthalten Gewalt, 40 Prozent davon sind besonders schwere Fälle. Dies würde das Verhalten von Erwachsenen und Kinder stark beeinflussen und die Aggressivität eines Menschen fördern. Immerhin besagen die Ergebnisse, dass bereits in 83 Prozent der US-Haushalte Videospiele vorzufinden sind.
Einige Wissenschaftler glauben, dass einzig und alleine das Rauchen und die damit verbunden Folgen eine größere öffentliche Gefährdung darstellen würde als die Auswirkungen der Computerspiele. Erwähnenswert wäre, dass die Mehrzahl der Studien keine Beweise für die Gewaltförderung von Videospielen ergründen konnte. Erst im vorigen Jahr veröffentlichte die Freie Universität in Berlin eine Doktorarbeit, in der keine Nachweise derartiger Gefährdungen enthalten sind. Besonders Kritiker betonen, dass die Beliebtheit und die Nähe zur Realität der Videospiele immer mehr und mehr zunehmen und dennoch ein starker Rückgang von gewaltsamer Kriminalität in den USA zu verzeichnen ist.
Foto: Markus Hein
Quellenhinweis: 4Players.net
18 Nov
Die Angebote im Internet bzw. im WWW (World Wide Web) steigen von Jahr zu Jahr deutlich an. Eine Vielzahl von Informationen erleichtert heute den Alltag und ein schneller Austausch wird möglich. Auf der anderen Seite stellten Studien und Untersuchungen in den USA und Berlin heraus, dass ungefähr 10 Prozent der Internet-Nutzer bereits süchtig oder schon stark gefährdet seien. Der Psychologe Thomas Hintz vom Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit vertritt eine Theorie hierzu: „Betroffen sind vor allem junge Leute zwischen 14 und 20 Jahren. Es geht dabei zum Beispiel um Spiele, Chats oder das Spielen mit der eigenen Identität in einer virtuellen Welt“. Die Internetsucht ist vor allem ein Jugendproblem, meint Hintz. Immerhin sind ca. 4 Prozent erwachsende Singles.
Den betroffenen mangelt es zu meist an mangelnden sozialen Kontakten und einem fehlenden Selbstwertgefühl. Sogar „Offline kreisen die Gedanken um das Internet“, sagte der Mannheimer Psychologe. Die Onlinesucht trat 1996 als Begriff auf, ist jedoch noch heute stark umstritten und ist daher auch nicht offiziell in Deutschland als Krankheitsbild anerkannt. Möglich wäre es die Internetsucht in den Bereich „Impuls-Kontroll-Störungen“ einzuordnen, ähnlich wie die Spielsucht oder die Kleptomanie.
Eine junge Frau, die von der Internetsucht betroffen ist, beschreibt ihren Tagesablauf folgendermaßen: “Ich leide an Online-Sucht. Meine Familie sind Leute in einer virtuellen Kneipe, geschlafen wird kaum noch. Ich könnte ja im Internet etwas verpassen.” Ansätze von diesen Äußerungen sind auch schon bei Nichtsüchtigen Massenbenutzern des Internets zu finden. Die Nutzerin verbrachte bis zu 40 Stunden wöchentlich im Netz, der „normale“ Internetnutzer hingegen nur 4 bis 10 Stunden pro Woche. Hierbei wird sehr deutlich, dass die Betroffenen im WWW ihr Bedürfnis nach Kommunikation und Bestätigung durch Dritte befriedigen wollen. „Vielen Süchtigen ist ihre Isolation bewusst und sie leiden darunter“, stellte Thomas Hintz fest.
Eine Therapie muss für eine erfolgreiche Behandlung Alternativen zum Internet bieten und Hintergründe über die fehlenden sozialen Bedürfnisse aufdecken. Kontakte, Bestätigung, Erfolge, Sportvereine, sowie die Beteiligung an anderen Initiativen soll Abhilfe schaffen. Dabei werden häufig auch Vereinbarungen zwischen Therapeut und Patient geschlossen, die Online-Zeiten klar regeln sollen. Die Einhaltung dieser Verträge wäre der erste große Schritt zur erfolgreichen Behandlung.
Alle weiteren Informationen zur Onlinesucht sind unter www.online-sucht.de zu finden.
Foto: Harry Hautumm
Quellenhinweis: Heise.de
13 Nov
Die Gelassenheit der großen Koalition in Bezug auf das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung von Telefonaten und E-Mail-Verkehr scheint nicht unbegründet gewesen zu sein. Trotz heftiger Kritiken seitens der Grünen, der FDP und der Linkspartei wurde das Gesetz mit 366 von insgesamt 524 Stimmen der Abgeordneten für rechtskräftig erklärt. Zukünftig soll die Vorratsspeicherung von sechs Monaten zur verbesserten Strafverfolgung dienen, sofern Telekommunikation dabei eine wesentliche Rolle spielt.
„Bürger werden unter Generalverdacht gestellt“, kritisierte Jörg van Essen, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion. Das neue Gesetz verstößt laut der Kritiker gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Grünen-Rechtsexperte Jerzy Montag bezeichnete den Tag der Entscheidung als „schwarzen Tag für die Bürgerrechte“. Auch Peter Schaar, Datenschutz-Bundesbeauftragter, äußerte schwere Bedenken. Eine totale, generelle Speicherung war vom Bundesverfassungsgerecht nicht zugelassen worden, sondern nur eine Überwachung bei konkretem Verdacht. Der aktuelle Gesetzesentwurf wird wohlmöglich erneut vom Bundesverfassungsgericht geprüft werden müssen.
Der „Arbeitskreis Vorratsspeicherung“ und die Vertreter von Vertrauensberufen lehnen eine Vorratsspeicherung strikt ab. „Mit diesem Überwachungsgesetzt begründet die Politik eine tiefe Misstrauenskultur gegenüber den Patienten in Deutschland“, prangerte der Bundesärztekammer-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe an. Ähnlich wie ein Gespräch zwischen Arzt und Patient sollte ebenso bei Telefongesprächen, sowie dem E-Mail-Verkehr ein „absoluter Schutz“ gewährleitstet werden. Besonders wurde vom „Arbeitskreis Vorratsspeicherung“ kritisiert, dass das Gutachten zur Speicherung von Verbindungsdaten im Auftrag des Bundesjustizministeriums nicht vollständig veröffentlicht wurde. Lediglich die Zusammenfassung wurde dem Rechtsausschuss vorgelegt worden. Eine konkrete Beurteilung sei daher nicht möglich gewesen. Das Max-Planck-Institut für Strafrechtler stellte fest, dass der aktuelle Speicherumfang für Ermittlungen in 98 Prozent der Fälle mit ausreichend sind.
Vizefraktionschefin Petra Pau (Die Linke.PDS) kündigte zusammen mit 7000 Bürgern eine Verfassungsklage gegen das Gesetz zur Vorratsspeicherung an, gefolgt von einer Gruppe FDP-Bundesabgeordneter, die ebenfalls in Karlsruhe protestieren werden. Der „Arbeitskreis Vorratsspeicherung“ ruft zu Internet-Protesten auf. Homepagebetreiber sollen mithilfe von Bannern ihren Protest gegen das Gesetz öffentlich kundtun. Es ist an der Zeit, dass das Volk selbst bestimmt, wie viel es von ihrer Privatsphäre preisgeben wird.
Foto: Tobias Bräuning
Quellenhinweis: ARD.de