1 Dez
Am Samstag, den 30.November 2007, wurden die Ergebnisse des Pisa-Bildungsvergleiches zusammengefasst und werden am Dienstag in Berlin präsentiert. Die „Stuttgarter Zeitung“ gab vorzeitig die Resultate, welche erneut nicht zufriedenstellend sind, bekannt. In Fächern wie Lesen und Mathematik belegen die deutschen Schüler von den 30 OECD-Staaten weiterhin nur den 14. Platz. Dabei bilden Korea mit 565 Punkten, Finnland mit 547 und Kanada mit 527 erreichten Punkten die Spitze der Rangliste im Lesen. Auch in der Mathematik liegen Finnland und Korea ,sowie auch die Niederlande auf dem 3. Platz mit einer Punktzahl von 531, weit vor Deutschland. Das offizielle OECD-Ranking aller 57 Teilnehmerstaaten wird jedoch vorerst geheim bleiben.
Nicht alle sehen die deutschen Resultate als negativ an, so auch Manfred Prenzel, Leiter des deutschen Pisa-Konsortiums. „Nachweisbare Verbesserungen“ wären vor allem in den Naturwissenschaften bei der Gruppe der 15-Jährigen ersichtlich und auch die soziale Gerechtigkeit in den Schulen wäre als durchaus positiv zu betrachten, denn „die Befunde zeigen eine Lockerung des Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Kompetenz“, berichtete Prenzel. Dennoch ist das Gefüge zwischen dem elterlichen und schulischen Erfolg, wie in den Vorjahren, zu stark ausgeprägt.
Das Ziel allen Menschen in ihrer Schullaufbahn gleiche Chancen zu ermöglichen, ist bislang noch nicht erreicht. Söhne oder Töchter von Akademikern haben auch künftig 2,7-mal größere Chancen, an einem Gymnasium unterrichtet zu werden, als die Kinder von Facharbeitern. Im Jahr 2000 lag dieses Verhältnis allerdings noch bei 4,2 zu 1 – eine Besserung ist daher definitiv erkennbar.
In dem Migrationshintergrund einiger Kinder sehen Fachleute ein weiteres Problem, denn diese schneiden im Gegensatz zu ihren deutschen Mitschülern in den Naturwissenschaften im Durchschnitt 73 Punkte schlechter ab. Die Analysen der Pisa-Studie haben innerhalb der verschiedenen Migrantengruppen weitere Differenzierungen herausgestellt. So liegen Ausländerkinder der zweiten Generation 95 Punkte hinter den Deutschen, Migrantenkinder der ersten Generation mit 79 Punkten und die Schüler, bei denen lediglich ein Elternteil aus einem anderen Land stammt, verzeichnen eine Leistungsdifferenz von nur 25 Punkten Rückstand.
Trotz diesen auftretenden Problemen erkennt Prenzel nennenswerte Verbesserungen: „Betrachtet man auf internationaler Ebene, was sich in den OECD-Staaten an Entwicklungen seit Pisa 2000 ergeben hat, dann fällt Deutschland positiv auf“, denn andere Staaten hätten sich in diesem Jahr verschlechtert.
Foto: S. Hofschlaeger
Quellenhinweis: FAZ.net
23 Nov
Die letzte Analyse der Stiftung Warentest sorgte vor kurzem für Aufsehen. Die Untersuchung ergab, dass zahlreiche deutsche Schulbücher sehr fehlerhaft geschrieben wurden. In einigen Exemplaren wurden sogar mehrere Fehler pro Seite gefunden.
Im Vergleich zum US-Bundesstaat Texas ist dieses Ergebnis noch für „gut“ einzuschätzen, denn dort ergab die Untersuchung, dass die Mathematik-Bücher für die Grundschule allein 109.263 Fehler enthalten, so die „Dallas Morning News“. Beispielsweise waren Rechenfehler in einem Grundschulbuch für Mathematik wie 4+7=10 enthalten. Der Verlag „Houghton Mifflin“ verbuchte insgesamt 86.026 Fehler in den von Ihnen herausgegebenen Büchern. Dort wurden mehrfach die Lösungen der Rechenaufgaben direkt neben die Aufgabe geschrieben, was als fehlerhaft gilt. Hinzu kamen unzählige Druck- und Rechtschreibfehler.
Diese Ungenauigkeiten werden den entsprechenden Verlagen viel Geld kosten, denn diese wurden verpflichtet die Fehler zu korrigieren. Für jeden Fehler, der bis einschließlich zum Frühjahr 2008 nicht bearbeitet wurde, wird ein Bußgeld von bis zu 5000 US-Dollar – umgerechnet ca. 3400 Euro – verhängt. Geht man von den aktuellen Fehlerzahlen des Verlags „Houghton Mifflin“ aus, so müsste dieser Verlag allein 430.130.000 US-Dollar bzw. ca. 293.400.000 Euro Strafe zahlen.
Foto: Daniel Kummetz/Pixelio.de
Quellenhinweis: ARD.de
19 Nov
Am 20.11.2007 sollte an dem Kölner Georg-Büchner-Gymnasium ein Anschlag stattfinden. Dieser konnte glücklicherweise verhindert werden. Die Kölner Polizei nahm umgehend zwei verdächtige Schüler fest. Auf dem Nachhauseweg nahm sich der 17-jährige Schüler das Leben – vermutlich aus Angst vor den kommenden Folgen.
Sein vermeintlicher Mithelfer erwies sich nicht als dieser, sondern wurde am Montagnachmittag, den 19.11.2007, von der Kölner Polizei freigelassen. Dieser gab vor einem Freund mitgeteilt zu haben, dass er den Anschlag nicht unterstützen möchte, was schließlich durch sichergestellte Chat-Protokolle auf seinem Computer eindeutig bewiesen werden konnte. Ein Polizeisprecher sagte ebenfalls aus: „Er hat glaubhaft dargelegt, dass er die Tat doch nicht begehen wollte“. Nun geht jedoch eine Gefahr für ihn selbst aus. Der Achtzehnjährige spielt mit Selbstmordgedanken und begab sich freiwillig in psychiatrische Behandlung.
Weiterhin wurde bekanntgegeben, dass auch die Kölner Dreikönigsschule im Stadtteil Bilderstöckchen am Jahrestag des Amoklaufs in Emsdetten ebenfalls geschlossen sein wird. Dort fanden Schüler an der Toilettenwand einen Schriftzug „Ich laufe Amok am 20.11.2007“ vor. Die Verunsicherung und Angst durch die Drohung veranlasste 90 Prozent der Schüler zu Hause zu bleiben. Die Schulleitung beschloss „aus pädagogischen Gründen“ den Unterricht erst am darauffolgenden Tag, den 21.11.2007, fortzusetzen.
Laut des Kölner Polizeisprechers wurde der Schriftzug bereits entfernt. Jetzt gilt es den „Täter“, welcher den Schriftzug an die Toilettenwand geschrieben hat, ausfindig zu machen. Hierzu arbeitet die Polizei in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung.
Foto: Jörg Klemme
Quellenhinweis: WDR.de
13 Nov
Spiele sind mehr als nur Gewalt. Das zeigte die ELSPA (Entertainment and Leisure Software Publishers Association) in einem Bericht über die Einführung von Spielen an Schulen als Lehrmittel in Zusammenarbeit mit dem britischen Bildungsministerium. Auf diese Art und Weise soll das Lernen nicht nur Spaß machen, sondern würde auch “Ideen interessanter machen, Gespräche stimulieren, das Denken herausfordern und das Lösen von Problemen fördern” wie es im Bericht der ELSPA heißt. Bei Abenteuer- und Simulationsspielen muss sich der Spieler an Regeln halten und erkundet, stellt Vermutungen auf und prüft diese. Durch das Zusammenspiel zwischen Hand und Auge wird der Lernprozess gefördert. Bei Spielen handelt es sich wie bei Filmen und Literatur um einen interessanten Markt. Eine Schule in Nottingham führte das Spiel „Neverwinger Nights“ ein. Bei nahezu allen Schülern waren die Verbesserungen in ihren Leistungen erkennbar. Besonders in den Fächern Englisch, Mathematik und in der Informationstechnologie wurden enorme Steigerungen festegestellt. An dieser Schule bestanden 94 Prozent aller Schüler die Prüfungen, wobei es landesweit nur 22 Prozent sind. Die Einführung der Spiele an allen Schulen wird von Lord Puttnam, Dekan der Open University, Filmproduzent und Berater der Regierung unterstützt. Für das erfolgreiche Spielen werden immer komplexere und schwierigere Strategien benötigt, die somit an das Lernen angepasst sind. Im Auftrag von Electronic Arts wurde von Furutelab eine Umfrage zu dem Thema „Lernen mit Spielen“ durchgeführt. Man ist zu dem Ergebnis gekommen, dass 59 Prozent der befragten Lehrer und 62 Prozent der befragten Schüler für eine Einführung von Spielen an Schulen ist. Allerdings sind 70 Prozent der Lehrer der Meinung, dass es ein anti-soziales Verhalten fördert und 30 Prozent der Schüler denken, dass es die Gewalt an Schulen bestärkt. 37 Prozent der Lehrer, sowie 22 Prozent der Schüler denken sprechen sich gegen eine Einführung von Spielen aus. Nach einem Test an vier Schulen, an denen drei aktuelle Computerspiele genutzt wurde, hat sich eine Förderung von strategischem Lernen, Problemlösung und Motivation deutlich gezeigt.Die große Beliebtheit von Computerspielen wird an mit einigen statischen Zahlen der ESL (Electronic Sports League) deutlich. Die ESL ist eine Spiele-Liga mit knapp 600.000 registrierten Mitgliedern und fast 250.000 registrierten Teams. Es wurden in der ESL schon mehr als 270.000 Matches der verschiedensten Spiele ausgetragen und es kommen tägliche Tausende dazu. Es gibt zurzeit 116 Spiele und Ligen zur Auswahl in der ESL. Auch hier erfolgen alle Matches nach strengen Regeln bestritten und die Spieler eignen sich Strategien, Taktiken und Fertigkeiten meist im Team an, um Erfolge in der ESL verzeichnen zu können.Auch 4Players.de lässt auf eine steigende Beliebtheit der Spielewelt schließen. 4Players, eine Art Online-Magazin rund um Spiele, hat eine Statistik herausgegeben, der man entnehmen kann, dass 4Players im Jahr 2000 gegründet wurde und seit dem jeden Monat ca. 880.000 Nutzer für sich gewinnen kann. 80 Prozent ihrer Nutzer sind DSL – Kunden und 120.000 empfangen einen Newsletter. Das männliche Geschlecht zeigt mit 67 Prozent der Nutzer ein größeres Interesse als das weibliche Geschlecht mit 33 Prozent. Die Altersgruppe der 14-17 jährigen beträgt 22 Prozent, die 18-29 jährigen, sowie die Altersgruppe der 25-39 jährigen betragen 28 Prozent. Die Minderheit liegt bei den 40-49 jährigen mit 14 Prozent und die Leser, die 50 oder älter sind, umfassen nur 7 Prozent. Die große Masse der Nutzer beschränkt sich also auf ein Alter von 14-39 Jahren, was eine enorme Beliebtheit, besonders bei den jüngeren Generationen, ausdrückt.Somit gelten Spiele als eine Förderung des Lern- und Bildungswesens und sind durch ihre hohe Beliebtheit bei der Mehrzahl der Altersgruppen ein interessanter Markt.
Quellenhinweis:
- Heise.de
- Entertainment and Leisure Software Publishers Association
- Futurelab
- Electronic Sports League
- 4Players.net